Christian Zwanziger

Mitglied des Bayerischen Landtags

Antragspaket zur Stärkung der Schulleitungen

29.01.26 –

Schulleitungen sind der Dreh und Angelpunkt einer Schule - sie gestalten Schulentwicklung, führen Personal, unterrichten selbst, koordinieren multiprofessionelle Teams, treiben den Ausbau des Ganztags voran und übernehmen vielfältige Verwaltungsaufgaben. Aber auch in Schulen wird es immer schwieriger Schulleitungen zu finden. Wie eine Anfrage von mir zeigt, blieben letztes Schuljahr 60 Leitungsstellen unbesetzt. Wie viele Stellen mehrmals ausgeschrieben werden mussten und wie oft es nur eine einzige Bewerbung gab konnte oder wollte uns die Staatsregierung leider nicht sagen, aber Fakt ist wir haben nicht nur einen Lehrkräftemangel, sondern einen Führungsmangel.

Gleichzeitig verbrennen wir unsere Schulleitungen. Laut GEW-Umfrage ist jede dritte Schulleitung akut überlastet. 59 Prozent geben an, regelmäßig krank zur Arbeit zu gehen (Präsentismus). 82 Prozent sagen, sie haben kaum noch Zeit für ihren eigentlichen pädagogischen Auftrag oder Unterrichtsvorbereitung, weil die Verwaltung alles frisst. Für mich ist klar: Das ist kein individuelles, sondern systemisches Versagen. Wir lassen unsere Führungskräfte allein, mit wachsender Verantwortung, aber ohne passende Rahmenbedingungen.

In einem Antragspaket fordere ich daher verschiedene Maßnahmen zur Stärkung unserer Schulleitungen. Ein entscheidender Faktor ist dabei Zeit: Besonders an Grund-, Mittel- und Förderschulen bekommen Schulleitungen viel zu wenig Stunden angerechnet für ihre vielfältigen Aufgaben. Es braucht dringend mehr Leitungszeit.  Zudem muss an allen Schulen die Einführung einer erweiterten Schulleitung ermöglicht werden. Teamarbeit, unterschiedliche Talente, Interessen und Fähigkeiten sowie geteilte Verantwortung würden allen Schulen enorm zugutekommen. Ein weiterer Punkt sind Strukturen zum Netzwerken und Austauschen. Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden, oft könnten Schulleitungen aus den Fehlern anderer lernen, gelungene Konzepte kopieren und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen erarbeiten.

Der Beruf der Schulleitung ist äußert anspruchsvoll. Eine gute Qualifizierung ist unerlässlich. Wir wollen daher die bestehende Voramtsqualifizierung (Modul A) zeitlich ausweiten und reformieren. Die Qualifizierung muss stärker auf die vielfältigen Praxisanforderungen ausgerichtet werden. Entscheidend sind dabei auch schnellere Prozesse. Der Großteil der Ernennungen von Schulleitungen in Bayern erfolgt derzeit im Mai. Zwischen Ernennung und dem Beginn des neuen Schuljahres im September bleibt damit ein Zeitraum von lediglich vier Monaten, in dem die verpflichtende Qualifizierung kaum vollständig und mit der gebotenen Qualität durchlaufen werden kann.

Damit wieder mehr talentierte und engagierte Lehrkräfte bereit sind, eine Führungsposition zu übernehmen, müssen wir auch moderne Arbeitsbedingungen schaffen. Wir leben im Jahr 2026. Jobsharing und echte Teilzeitmodelle in der Schulleitung müssen an allen Schularten selbstverständlich sein. Wir verschenken aktuell ein großes Potenzial: Frauen sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. An Gymnasien sind beispielsweise 63% der Lehrkräfte Frauen, aber nur 29,5% der Leitungen weiblich. Ein Blick nach Rheinland-Pfalz zeigt, dass es andere Bundesländer besser machen. Durch ein Mentoringprogramm hat man es dort geschafft den Frauenanteil auf über 60% zu steigern. Wir fordern ein Programm „Frauen führen Schulen“ für Bayern.

Wir können es uns nicht leisten, dass engagierte Führungskräfte ausbrennen und sich immer weniger Lehrkräfte für eine Leitungsstelle interessieren. Wer starke Schulen will, muss die Schulleitungen stärken!

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