
30.04.26 –
Am Montag, den 04. Mai 2026, erhalten wieder tausende Kinder in Bayern ihre Übertrittszeugnisse – für viele Familien eine große Belastung. Mit nur zehn Jahren stehen Schülerinnen und Schüler vor einer Entscheidung, die oft eine Weichenstellung für das restliche Leben ist. Die Landtags-Grünen wollen diesen Druck entschärfen und bringen dazu am Mittwoch, 06.05., einen Gesetzentwurf im Landtag ein: Künftig sollen Schulträger die Möglichkeit bekommen, Gemeinschaftsschulen zu gründen, in denen Kinder länger gemeinsam lernen können.
Denn wissenschaftliche Studien und auch die Erfahrungen aus anderen Staaten, die bei PISA an der Spitze stehen, belegen klar: Bereits mit zehn Jahren eine Schulform wählen zu müssen, die die Weichen für den Rest des Lebens stellt, setzt Kinder und Familien massiv unter Druck. Für die Grünen ist klar, dass Bildung fördern, nicht einschränken sollte. Gleichzeitig ist das bayerische System zutiefst ungerecht, da der Bildungsweg eines Kindes weniger durch die Leistung und die Potenziale eines Kindes bestimmt wird, sondern über Bildung und Einkommen des Elternhauses. Auch hier kann längeres gemeinsames Lernen zu mehr Chancengerechtigkeit führen.
Die Eckpunkte des Gesetzentwurfs:
Der Vorschlag hat klare Vorteile: Er entlastet Grundschulen vom pädagogisch schädlichen Selektionsdruck. Er gibt Kindern aus benachteiligten Familien mehr Zeit, ihr Potenzial zu entfalten. Gleichzeitig sichert das Modell Schulstandorte im ländlichen Raum, die aktuell durch sinkende Zahlen von Schülerinnen und Schülern bedroht sind.
Hintergrund: Bayern teilt so früh wie kaum ein anderes Land seine Kinder auf unterschiedliche Schulformen auf. Mit zehn Jahren fällt eine Entscheidung, die den weiteren Bildungsweg maßgeblich prägt – im OECD-Durchschnitt erfolgt diese Entscheidung erst mit 15 bis 16 Jahren. Gleichzeitig zeigt der aktuelle ifo Chancenmonitor: Bayern ist Schlusslicht bei der Bildungsgerechtigkeit. Nur 20,1 Prozent der Kinder aus nicht-akademischen Haushalten besuchen ein Gymnasium – bei privilegierten Kindern sind es 52,7 Prozent. Selbst bei gleicher Leistung erhalten Kinder aus benachteiligten Familien laut Studien seltener eine Empfehlung für das Gymnasium. Die frühe Aufteilung verstärkt damit soziale Ungleichheit.
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