
08.05.26 –
Erlangen, 8. Mai 2026
Nach jahrelangem, konsequentem Druck von vielen Verbänden, lokalen Bürgerinitiativen und der Grünen Landtagsfraktion hat die Staatsregierung sich endlich etwas ehrlicher gemacht und ihre Projektliste für Staatsstraßen grundlegend überarbeitet: Waren in früheren Planungen noch 666 Aus- und Neubauvorhaben vorgesehen, sind es nun nur noch rund 150 Projekte.
Auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt zeigt sich der Kurswechsel. Die Staatsregierung streicht sämtliche Ortsumgehungen, die bisher auf ihrer Liste standen. Konkret: Buckenhof–Uttenreuth–Weihern, Heroldsberg, Niederndorf-Neuses sowie Großenseebach. Als einzige Maßnahme für den Aus- und Neubau von Staatsstraßen im Landkreis ist nun eine Ortsumgehung Hemhofen–Röttenbach vorgesehen. Gleichzeitig bleibt unwahrscheinlich, dass selbst die verbleibenden Projekte alle realisiert werden. „Es ist seit Jahren klar, dass die Liste der Staatsregierung für den Aus- und Neubau von Staatsstraße voller unrealistischer Luftschlösschen war. Als Landtagsfraktion haben wir auf Transparenz gepocht und gleichzeitig die Sanierung statt des Neubaus priorisiert.“, so Christian Zwanziger, Grüner Landtagsabgeordneter für Erlangen und Erlangen-Höchstadt.
„Statt 35 Millionen Euro in ein einzelnes Großprojekt wie die Umgehungsstraße zu stecken, sollten wir das Geld lieber in die Sanierung unserer vielen maroden Straßen im Gemeindegebiet investieren“, so Mareike Meyer, grüne Gemeinderätin in Hemhofen zur neu vorgesehenen Ortsumgehung. „Steuergelder müssen dort ankommen, wo sie den Bürgern unmittelbar nützen – direkt vor der eigenen Haustür.“
„Manch ein Konflikt vor Ort um Umgehungsstraßen, die eh kaum Chance auf Finanzierung gehabt hätten, hätten wir uns sparen können. Unterm Strich ist das jetzt gut für Natur und einen vernünftigen Umgang mit Steuergeld“. erklärt Christian Zwanziger. Auch die Bürgerentscheide in Herzogenaurach 2022 und 2023 haben gezeigt, dass solche Projekte vor Ort keine Mehrheit haben: Beide Male wurde gegen die Südumfahrung (OU Niederndorf-Neuses) gestimmt – nun ist das Projekt aus der Liste gestrichen.
Der Kurswechsel ist überfällig: Neubauprojekte kosten vielfach das Doppelte einer fachgerechten Sanierung. Gleichzeitig erfordert der aktuelle Zustand vieler Staatsstraßen dringend Reparatur‑ und Modernisierungsmaßnahmen. Angesichts knapper Haushaltsmittel und steigender Baukosten ist es daher sinnvoll, vorhandene Infrastruktur zu erhalten, statt immer neue Projekte zu starten. Ein überdimensionierter Fokus auf Straßenbau passt zudem nicht mehr zu dem sich veränderten Mobilitätsverhalten.
Für Pendler*innen, Anwohnende und Kommunen bedeutet der Kurswechsel weniger Baustellen und schnellere Sanierungen. Die freiwerdenden Haushaltsmittel können in verlässlichen Schienenverkehr, sichere Radwege, ÖPNV-Verbesserungen und digitale Verkehrslösungen investiert werden.
Die Entscheidung zeigt laut Zwanziger: „Anhaltender grüner Druck und veränderte Lebensgewohnheiten können die Politik zu einem vernünftigeren Umgang mit Steuergeldern bewegen – ein Ergebnis, das für Bürger*innen, Kommunen und die bayerische Umwelt gleichermaßen positiv ist.
Christian Zwanziger begrüßt die angekündigte Einführung von Schulleitungsteams an Mittelschulen,…
Die aktuellen Umfragezahlen aus Sachsen-Anhalt sind extrem besorgniserregend. Die AfD steht wenige Sitze vor einer absoluten Mehrheit. Wenn wir [...]
Schon nach einem Jahr ist offensichtlich: Diese Koalition ringt mehr mit sich selbst als mit den Problemen des Landes. Gerade jetzt bräuchte [...]
Ein Krisenaktionsplan für spürbare Entlastung und langfristige Resilienz. Von Katharina Dröge und Franziska Brantner.