Christian Zwanziger

Mitglied des Bayerischen Landtags

Pressemitteilung

„Wasser muss in der Landschaft bleiben“ – Grüne fordern von der Staatsregierung wirksame Maßnahmen bei Starkregen

23.06.26 –

Die Hitzewelle rollt. Kaum treffen die ersten heftigen Sommergewitter auf knochentrockene Böden sind die Folgen nicht nur für Gartenbesitzer*innen und Landwirt*innen zu spüren: Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller beschäftigten Feuerwehr und Polizei und hinterlassen auch in Erlangen kostspielige Schäden. Für den Grünen Landtagsabgeordneten Christian Zwanziger ein Symptom einer strukturellen Fehlentwicklung: „Wir erleben immer häufiger extreme Wetter – anhaltende Trockenheit, dann Starkregen. Die Klimakrise verschärft beides leider. Unser Umgang mit Wasser ist darauf nicht vorbereitet.“

Mit einem aktuellen Antrag im Bayerischen Landtag fordert Zwanziger gemeinsam mit seiner Fraktion, den sogenannten Landschaftswasserhaushalt zum übergeordneten Ziel der Politik zur Klimaanpassung zu machen.

Die Ereignisse der vergangenen Tage in Erlangen zeigen laut Zwanziger erneut deutlich, wo das Problem liegt: „Nach langer Trockenheit sind die Böden oft nicht aufnahmefähig, selbst dort, wo sie nicht versiegelt sind. Wenn dann lokaler Starkregen dazu kommt, kann das Wasser nicht versickern – es fließt oberflächlich ab und richtet Schäden an.“

Genau hier setzt der Grüne Antrag an. Er fordert unter anderem:

  • mehr natürliche Wasserspeicherung in Böden und Landschaften,
  • den Ausbau sogenannter „Schwammlandschaften“ und
  • gezielte Förderung agrarökologischer Maßnahmen wie Hecken, Humusaufbau oder vielfältige Fruchtfolgen.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Wasser länger in der Landschaft zu speichern, den Wasserhaushalt zu stabilisieren und Überschwemmungen zu verhindern.

Kritik übt Zwanziger vor allem am fehlenden Gesamtkonzept der Staatsregierung: Zwar gebe es zahlreiche Programme und Strategien – von Klimaanpassung über Wasserwirtschaft bis hin zur Biodiversitätspolitik. „Aber das Problem ist: Alles läuft nebeneinanderher. Es fehlt ein klares Ziel.“

Als Beispiel nennt er das aktuelle Aktionsprogramm „Schwammregionen“ des Landwirtschaftsministeriums. Der Ansatz sei richtig, die Nachfrage hoch: „27 Regionen mit über 300 Kommunen wollten mitmachen – ausgewählt wurden nur zehn.“ Zudem sei das Programm zeitlich befristet und arbeite mit projektbezogenen Strukturen. „Das zeigt doch, dass die Bereitschaft vor Ort riesig ist – aber die Staatsregierung bleibt im Projektmodus stecken.“ Zwanziger bemängelt: „Die Staatsregierung wälzt die Verantwortung auf Kommunen und einzelne Landwirt*innen ab, anstatt übergeordnete Ziele zu setzen und diese verlässlich zu unterstützen. Mit bloßen Empfehlungen bleibt es billig für den Landeshaushalt, und den Schaden zahlen wir vor Ort!“

Vergangene Überflutungen und auch die aktuelle Wetterlage zeigen laut Zwanziger die Dringlichkeit: „Wenn wir nicht handeln, werden die Schäden größer.“

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