
05.06.2026 –
Das derzeitige System der Schülerbeförderung ist kompliziert, bürokratisch, ungerecht und aus meiner Sicht einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Fahrtkosten werden grundsätzlich nur übernommen, wenn Grundschülerinnen und Grundschüler mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. Bei weiterführenden Schulen liegt die Mindestentfernung bei drei Kilometern. Zudem muss grundsätzlich die nächstgelegene geeignete Schule besucht werden. Ab der 11. Jahrgangsstufe gilt außerdem eine Eigenbeteiligung von bis zu 320 Euro pro Schülerin oder Schüler beziehungsweise bis zu 490 Euro pro Familie und Schuljahr. Erstattet werden grundsätzlich nur die Kosten für das jeweils wirtschaftlichste Ticket. Ab der 11. Jahrgangsstufe müssen Familien die Kosten zunächst selbst vorstrecken und anschließend einen Antrag auf Rückerstattung stellen
Je nach Wohnort und Schulart erhalten Schülerinnen und Schüler heute völlig unterschiedliche Leistungen: Manche bekommen überhaupt keine Fahrkarte, andere lediglich ein Streckenticket für den Schulweg zwischen September und Juli, wieder andere ein Jahresticket innerhalb ihres Verkehrsverbundes. Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe hängen damit vielfach vom Wohnort und den individuellen Voraussetzungen ab.
Ein Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler könnte diese Ungleichheiten abbauen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand erheblich reduzieren. Es würde Familien finanziell entlasten und für mehr Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sorgen.
Ich habe daher gemeinsam mit meiner Fraktion einen Berichtsantrag eingereicht. Es braucht endlich belastbare Zahlen, welche zusätzlichen Kosten durch ein Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler entstehen würden, wo sich dafür an anderer Stelle Einsparpotenzial ergeben würde und wie viel Bürokratie eingespart werden könnte. Im Ausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr wurde unser Antrag jetzt aber zunächst zurückgestellt und soll erst nach den Sommerferien behandelt werden.
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