05.08.26 –
Grüne Landtagsfraktion legt 10-Punkte-Plan zum Wasserschutz vor
Die Lage ist ernst: Nach dem aktuellen Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt weisen 81 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und 74 Prozent der tieferen Grundwassermessstellen in Bayern niedrige Wasserstände auf. Rund 65 Prozent der Flusspegel liegen unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasserabfluss und werden als „sehr niedrig“ eingestuft. Besonders betroffen sind auch Gebiete in Mittelfranken. An der Messstelle für den Grundwasserstand in Herzogenaurach werden bereits seit Ende Juni zuvor nie dagewesene Niedrigstwerte gemessen.
„Die Klimakrise ist längst bei uns angekommen. Was manche noch immer für ein Problem anderer Regionen halten, erleben wir inzwischen direkt vor unserer Haustür: sinkende Grundwasserstände, ausgetrocknete Bäche, Wasserknappheit in der Landwirtschaft, Stress für Fische und andere Gewässerlebewesen sowie zunehmende Nutzungskonflikte um Wasser“, erklärt Christian Zwanziger, Grüner Landtagsabgeordneter für Erlangen und Erlangen-Höchstadt und Sprecher für Tourismus seiner Fraktion. „Die Söder-Regierung muss jetzt endlich mit der notwendigen Entschlossenheit handeln.“
Situation in Mittelfranken zunehmend kritisch
In ganz Mittelfranken hat sich die Niedrigwasserlage in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Große Teile Mittelfrankens werden im aktuellen Dürreindex des Niedrigwasser-Informationsdienstes bereits als trocken oder sogar extrem trocken bewertet. Die Zahl heißer Tage hat sich gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um ein Vielfaches erhöht.
Gewässerqualität und Badeseen unter Druck
Die anhaltende Hitze belastet nicht nur die Wasserversorgung, sondern zunehmend auch die Gewässerqualität. Die Blaualgenentwicklungen wird durch hohe Temperaturen und geringe Wasserbewegung begünstigt. Auch Niedrigwasser wird mittlerweile als Grund für Einschränkungen genannt. „Seen und Flüsse sind wichtige Orte für Tourismus, Naherholung und Abkühlung. Kaum wird es richtig heiß, ist das Baden vielerorts wegen Blaualgenentwicklung nicht mehr möglich. Das ist nicht nur für Erholungssuchende sondern auch für den lokalen Tourismus fatal. Kurzfristige Abhilfe wie technische Belüftung übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen, langfristig sind ohnehin überregionale Maßnahmen gefordert. Gerade deshalb muss die Staatsregierung heute investieren, damit unsere Gewässer auch morgen gesund bleiben“, betont Zwanziger.
Trinkwasser schützen statt Probleme verwalten
Angesichts dieser Situation legt die Landtagsfraktion der Grünen einen umfassenden 10-Punkte-Plan für den Schutz von Trinkwasser, Gewässern und Landschaftswasserhaushalt vor. Dieser umfasst kurz- und mittelfristige Maßnahmen, darunter eine bayernweite Wassersparoffensive, den besseren Schutz von Flüssen, Bächen und Seen und den Ausbau von Wasserschutzgebieten, die Modernisierung der kommunalen Wasserinfrastruktur, sowie die Stärkung von Schwammstädten und Schwammlandschaften. „Markus Söder fabuliert von ‚Megaleitung von Süden nach Norden‘, während sehr viel naheliegendere Maßnahmen wie mehr Wasserrückhalt in der Fläche und ein besserer Schutz der Grundwasserreserven ausbleiben. Bei der Wassergesetznovelle 2025 hat die Söder-Regierung wieder einmal die Chance verpasst vorwärtszukommen“, so Christian Zwanziger.
Die Grünen sehen die Staatsregierung in der Pflicht, jetzt entschlossen zu handeln. „Die Frage lautet nicht mehr, ob Bayern von Wasserknappheit betroffen sein wird. Die Frage lautet, wie wir mit den sich verschärfenden Trockenheiten und Dürren umgehen. Damit auch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch selbstverständlich gilt: Hahn auf, Wasser fließt. Dafür braucht es jetzt entschlossenes Anpacken statt weiterer Ankündigungen“, so Christian Zwanziger abschließend.
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