
13.08.26 –
Wenige Wochen vor dem Schulbeginn am 15. September ist der Start des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbildung für Grundschulkinder alles andere als gut vorbereitet. Bis zuletzt gab es Unsicherheiten bei der Förderung. Viel zu spät, erst im Juli, wurden die Fördersätze durch das Ministerium bekannt gegeben. Träger müssen nun in den wenigen verbleibenden Wochen ein bedarfsgerechtes Angebot schaffen.
Dazu erklärt Christian Zwanziger, Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus:
„Die neuen Fördersätze legen offen, wie hoffnungslos unterfinanziert der Ganztag bislang war. Für die Betriebskosten der Angebote in den ersten Klassen stehen dank Bundeszuschuss bis zu 90 Prozent mehr Mittel bereit als bisher. Damit räumt die Staatsregierung indirekt selbst ein: Mit den bisherigen Mitteln ist gute Ganztagsbetreuung kaum zu stemmen. Entsprechend enttäuschend ist, dass die zweiten bis vierten Klassen davon nicht profitieren. Sie bekommen noch nicht einmal einen Inflationsausgleich. Es macht mich richtig wütend, dass die Staatsregierung die älteren Grundschulkinder einfach fallen lässt."
Trotz des beeindruckenden Engagements vieler Kommunen und Träger, wurde bisher beim Ausbau vor allem auf Quantität gesetzt. Für die Erhöhung der pädagogischen Qualität fehlte schlichtweg die Finanzierung. Christian Zwanziger sieht hier weiterhin hohen Druck auf den Familien, die selbstverständlich nur das Beste für ihre Kinder wollten: „Das Ganztagsversprechen muss ein Versprechen auf Qualität werden. Nur so schaffen wir mehr Bildungsgerechtigkeit. Diese Chance ignoriert die Staatsregierung schlichtweg.“
Hintergrund:
Der erwähnte Mittelzuwachs um 90 Prozent ist dem Vergleich der Fördertabellen der Schuljahre 25/26 und 26/27zu entnehmen, die vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus veröffentlicht wurden. Die aktuelle Tabelle ist auch online abrufbar.
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