Christian Zwanziger

Mitglied des Bayerischen Landtags

Pressemitteilung

Hitzeschutz für Kliniken: Staatsregierung muss raus aus dem Blindflug

28.07.26 –

Katharina Schulze: „Wer sich selbst zum Handeln auffordert, muss jetzt liefern“ | Drei Anfragen der Landtags-Grünen zeigen: Dem Wissenschaftsministerium fehlen Messwerte zur Hitze an den Unikliniken in Würzburg, Erlangen und München.

München (28.07.26) – „Die Staatsregierung muss den Landtagsbeschluss zum Hitzeschutz jetzt zügig umsetzen“, fordert Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen. „Für Bayern ist wieder zunehmend heißes Wetter angekündigt. Doch das Wissenschaftsministerium kennt an drei bayerischen Unikliniken weder gemessene Raumtemperaturen noch die von uns abgefragten Hitzeschutzprojekte. Gleichzeitig stellen CSU und Freie Wähler ihrer eigenen Staatsregierung einen Arbeitsauftrag aus. Wer sich selbst zum Handeln auffordert, muss jetzt liefern: mit schneller Hilfe, ausreichend Geld und wirksamem Schutz für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte.“ 

Aktuelle Anfragen der Landtagsabgeordneten Patrick Friedl zum Universitätsklinikum Würzburg, Christian Zwanziger zum Universitätsklinikum Erlangen und Florian Siekmann zum LMU-Klinikum (Anhänge) zeigen: Dem Wissenschaftsministerium liegen für die Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli weder gemessene Raumtemperaturen noch Beschwerden vor, die Beschäftigte, Patientinnen oder Patienten direkt an das Ministerium gerichtet haben. Auch die in den Anfragen genannten Projekte „Hitzeschutz – Pflege in Bayern“ am LMU-Klinikum und „ProTECT“ am Universitätsklinikum Augsburg kennt das Ministerium nach eigener Aussage nicht näher. 

Für bestehende Klinikgebäude verweist die Staatsregierung auf die regulären Mittel der Universitätskliniken für kleinere Baumaßnahmen. Nur bei den großen Neubauvorhaben in Augsburg, Würzburg und München-Großhadern plant sie unter anderem Kühldecken, gekühlte Fußbodenflächen, Umluftkühlgeräte, Lüftungsanlagen und außenliegenden Sonnenschutz. Eine vollständige Klimatisierung, gerade auch in Patientenzimmern, will der Freistaat prüfen. 

Bemerkenswert: Am selben Tag (23.7.26), an dem das Wissenschaftsministerium die drei Anfragen beantwortete, beschloss der Bayerische Landtag in der Plenarsitzung den Dringlichkeitsantrag von CSU und Freien Wählern*, während ein Antrag der Landtags-Grünen zum Thema abgelehnt wurde.  

Katharina Schulze: „Wir haben den Hitzeschutz auf die Tagesordnung gehoben und CSU und Freie Wähler haben zentrale Punkte aufgegriffen. Die Dringlichkeit haben sie wohl begriffen. Jetzt muss die Staatsregierung daraus konkrete Hilfe machen. Patientinnen, Patienten und Pflegekräfte brauchen kühle Räume statt weiterer Prüfschleifen. Der Freistaat muss schnell klären, welche Maßnahmen zuerst kommen, wie viel Geld er bereitstellt und wann die Kliniken damit arbeiten können.“ 

Bereits eine frühere Anfrage der Landtags-Grünen hatte gravierende Wissenslücken offenbart: Der Staatsregierung fehlt ein Überblick darüber, wo Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besonders unter Hitze leiden, welche Häuser Hitzepläne und kühle Rückzugsräume haben und wo wirksamer Sonnenschutz fehlt. 

Die Landtags-Grünen fordern deshalb gezielte Unterstützung mit Klimaanlagen, Trinkwasserspender, Kühlwesten, wirksame Kühlsysteme, Baumpflanzungen, technischen Sonnenschutz und Hitze-Notfallpläne

Hintergrund: 

*Der Bayerische Landtag hat am 23. Juli auf Antrag von CSU und Freien Wählern beschlossen, den Hitzeschutz in Krankenhäusern weiter zu stärken. Die Staatsregierung soll baulichen und technischen Hitzeschutz bei Neubauten und Sanierungen berücksichtigen, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen unterstützen und gemeinsam mit den Krankenhausträgern Lösungen für bestehende Gebäude entwickeln. Außerdem soll sie prüfen, wie zusätzliche Bundesmittel für bauliche Maßnahmen und Klimaanlagen eingesetzt werden können.

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