
05.06.26 –
Seit 2002 gibt es in Bayern das Förderprogramm „Jugendsozialarbeit an Schulen“ (JaS), das sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und fördert. Angesichts deutlich gestiegener Herausforderungen im Alltag junger Menschen wird der Bedarf an solchen Angeboten seit Jahren immer größer. Eine aktuelle Anfrage von Christian Zwanziger, Grüner Landtagsabgeordneter und Mitglied im Bildungsausschuss, zeigt jedoch: Die Finanzierung durch den Freistaat wurde faktisch über Jahre hinweg gekürzt.
Während die durchschnittlichen Personalkosten für eine Fachkraft im Jahr 2002 noch etwas über 46.000 Euro betrugen, lagen sie im Jahr 2025 bereits bei mehr als 82.000 Euro. Die staatliche Förderpauschale ist jedoch seit Einführung des Programms unverändert bei 16.360 Euro. Dadurch ist der reale Förderanteil erheblich gesunken – von rund 35 Prozent im Jahr 2002 auf nur noch etwa 20 Prozent 2025. „Die Staatsregierung hat die Förderung nie an Inflation und Reallohnentwicklung angepasst und wälzt die Kostensteigerungen einseitig auf die Kommunen ab. Das ist unverantwortlich“, betont Zwanziger.
Die Folge: Nur etwa ein Drittel der Schulen, an denen eine Förderung möglich wäre, verfügt tatsächlich über Jugendsozialarbeit, wie die Antwort der Staatsregierung zeigt. Finanzschwache Kommunen können den steigenden Eigenanteil kaum noch stemmen und drohen aus der Kofinanzierung auszusteigen. Andere Kommunen können aufgrund hoher Eigenanteile Jugendsozialarbeit an Schulen gar nicht erst aufbauen.
Im Unterschied zu Beratungslehrkräften oder Schulpsycholog*innen sind JaS-Fachkräfte nicht in Leistungsbewertungen eingebunden und gestalten den schulischen Alltag nicht mit. Gerade diese unabhängige Rolle schafft Vertrauen und ermöglicht es, Kinder und Jugendliche bei schulischen aber vor allem auch bei persönlichen Problemen frühzeitig und wirksam zu unterstützen.
Die Landtagsgrünen fordern deshalb eine grundlegende Reform der Finanzierung: Anstelle der seit Jahren unveränderten Pauschale soll der Freistaat 40 Prozent der tatsächlichen Personalkosten übernehmen. Darüber hinaus müssen die Mittel für das Förderprogramm insgesamt deutlich aufgestockt werden. Ein entsprechender Haushaltsantrag der Grünen wurde jedoch von den Regierungsfraktionen abgelehnt. „Die Chancen von Kindern und Jugendlichen dürfen nicht von der Finanzlage der Kommune abhängen“, so Zwanziger.
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