
10.02.26 –
Mit vier Anträgen zur Beratung im Tourismusausschuss des Bayerischen Landtags fordert die Grüne Landtagsfraktion einen Kurswechsel in der bayerischen Tourismuspolitik. Angesichts von Klimakrise, Verkehrsüberlastung und wachsendem Druck auf die Regionen kritisieren die Grünen das anhaltende Nichtstun in der Staatsregierung in diesen Bereichen.
„Bayerns Tourismus wird von der Staatsregierung verwaltet statt gestaltet“, erklärt Christian Zwanziger, Sprecher für Tourismus der Grünen Landtagsfraktion. „Seit Jahren sind die Probleme bekannt – doch außer Ankündigungen passiert zu wenig. Das ist fahrlässig gegenüber den Regionen, den Betrieben und den Menschen vor Ort.“
Kernforderung der Grünen ist, den Freizeit- und Tourismusverkehr endlich verbindlich in den öffentlichen Verkehr einzubeziehen. Gerade an Wochenenden und in Ausflugsregionen zeige sich das Versagen der bisherigen Planung: überfüllte Straßen, Parkplatzchaos und unnötige Emissionen, weil attraktive Alternativen zum Auto fehlen. Die gestern veröffentlichten Tourismuszahlen zeigen, dass mehr und kürzer gereist wird. Umso dringlicher ist eine nachhaltige Steuerung des Besucheraufkommens und eine bessere Mobilitätsplanung.
Auch bei der Mobilität am Urlaubsort sieht die Fraktion großen Nachholbedarf. Ohne verlässliche Angebote für die „letzte Meile“ bleibe die Verkehrswende im Tourismus ein Lippenbekenntnis. Kommunen müssen deshalb gezielt bei nachhaltigen Mobilitätslösungen wie Rufbussen, Rad- und E-Mobilität sowie Carsharing unterstützt werden.
Mit Blick auf Schneemangel, Hitzeperioden und Extremwetterereignisse fordern die Grünen zudem eine landesweite Klimaanpassungsstrategie für die Tourismuspolitik. Außerdem wollen die Grünen Regionen unterstützen, sich frühzeitig und systematisch auf die Folgen der Klimakrise einzustellen.
Abgerundet wird das Maßnahmenpaket durch eine Strategie für den Ganzjahrestourismus. Ziel ist es, saisonale Abhängigkeiten zu verringern, stabile Arbeitsplätze zu schaffen und die Akzeptanz des Tourismus durch eine bessere Besucherlenkung zu erhöhen.
„Nachhaltiger Tourismus fällt nicht vom Himmel – er braucht politischen Willen, Verlässlichkeit für die Regionen und klare Leitplanken“, so Zwanziger. „Die Staatsregierung ist in der Pflicht. Däumchen drehen und Abwarten hilft nicht.“
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