
05.04.26 –
Schulen ohne Leitung laufen im Dauer-Notbetrieb – das können wir für unsere Kinder nicht ernsthaft wollen. Die Antwort der Staatsregierung auf meine aktuelle Anfrage zu Schulleitungen zeigt allerdings: 50 Schulleitungsstellen sind im laufenden Schuljahr nicht besetzt. Allein an den Grund- und Mittelschulen sind 26 Stellen vakant, an den Förderschulen hat sich die Zahl von 9 unbesetzten Stellen im Vorjahr auf 19 unbesetzte Stellen erhöht - und auch zwei Realschulen und drei Gymnasien im Freistaat sind momentan führungslos.
Und die Antwort zeigt leider auch: Frauen bleiben in Bayerns Schulleitungsstellen weiterhin unterrepräsentiert. Zum Stichtag für das laufende Schuljahr liegt der Anteil weiblicher Lehrkräfte an Realschulen bei über 70 Prozent, doch nur etwas mehr als 35 Prozent der Schulleitungen sind dort von Frauen besetzt. Ein ähnliches Bild zeigt sich an Gymnasien (gut 31 Prozent weibliche Schulleitungen bei knapp 63 Prozent Lehrerinnen) sowie an Fach- und Berufsoberschulen (rund 27 Prozent weibliche Schulleitungen bei über 59 Prozent weiblichen Lehrkräften).
In den kommenden Jahren werden mehr als 600 Schulleiterinnen und Schulleiter in den Ruhestand gehen. Um diese Stellen mit höchster Qualität besetzen zu können, müssen wir die Schulleitungen endlich wirksam vor Überlastung schützen und den Beruf insgesamt attraktiver machen. Die Antwort auf meine Anfrage zeigt jedoch auch: Überlastungsanzeigen von Schulleitungen werden von der Staatsregierung nicht erfasst und bessere Teilzeitmöglichkeiten als attraktive Rahmenbedingungen werden ausgeschlossen.
Eine Studie der GEW belegt zudem, dass Schulleitungen in Bayern am Limit arbeiten – und oft darüber hinaus. Die Stundenausstattung, insbesondere an Grund-, Mittel- und Förderschulen, vermittelt den Eindruck, als würden Lehrkräfte die Leitung einer Schule „nebenbei“ übernehmen. Dabei ist Schulleitung in erster Linie eine pädagogische Führungsaufgabe: Sie umfasst die Organisation von Bildungsprozessen, die Weiterentwicklung von Schulen und nicht zuletzt die Führung eines pädagogischen Teams.
Für den Haushalt fordern wir daher für die Schuljahre 2026/27 und 2027/28 jeweils 100 neue Stellen, um die Unterrichtsverpflichtung von Schulleitungen an Grund-, Mittel- und Förderschulen abzubauen. Bereits Ende letzten Jahres haben wir in einem Antragspaket konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Schulleitungen und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen vorgelegt. Es ist höchste Zeit, dass auch die Staatsregierung den Handlungsbedarf anerkennt und entsprechend handelt. Unsere Kinder verdienen mehr. Gute Bildung braucht gute Führung.
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